Züchter Mf. Hans-Peter Tabernig, Lavant/Osttirol

Rückblick & Erinnerungen

Seit 1977 trage ich den "Grünen Rock" und kam auch bald zu meinem ersten Hund, einem grobzelligen, braunen "Pürschhaus"-Wachtel aus der Lobau. "Nimrod" war ein guter Stöberer, Schweiß- und Wasserhund, vor allem ein ganz exzellenter Verlorenbringer. Als  typischer Brauner  leider ein „Kurzjager“ und von Haus aus bogenrein, geradezu der ideale Wachtel für die Drück-(Kreis-), Buschier- und Stöberjagden in den wildreicheren und zahmeren Revieren unserer östlichen Bundesländer.

Auf Fuchs und Hase im Bergrevier braucht's andere "Kaliber" und so entschied ich mich, aus der Überlegung heraus, eher einen langjagenden Wachtel als eine wasserfreudige Bracke zu bekommen (unter Wasser-freude verstehe ich Winterdienst bei tiefsten Temperaturen in der Treibeis führenden Drau),  für einen Wachtel aus "Weitjager"-Linien und für die vom leider schon allzu früh verstorbenen Zuchtwart Richard John empfohlene und ausgesuchte Xita von der Lüttgenheide, ÖHZB 1428, aus der Lüneburger Heide.

Die Hetzleidenschaft dieser Schimmelhündin war grenzenlos und auf gesunden Reh- und Gamsfährten oft zum Verzweifeln. Nicht einmal meine wildesten Terrier konnten ihr in diesem Fach das Wasser reichen. Wie die besten  meiner Hunde endete auch sie nicht an Altersschwäche, sondern an den Folgen eines Jagdunfalls.
Mit Robin v. d. Roten Au, ÖHZB 1236 und Solojägers Dux, ÖHZB 1452, vererbte Xita ihrem Nachwuchs das Rüstzeug erstklassiger Wachtel. Über ihre Kinder, dem wüst scharfen Hatz, ÖHZB 1578, ein Rabauke ohne Heimweh, der seinen Namen zu Ehren, halb Oberkärnten auf den Kopf stellte, seinem Wurfbruder Hektor, ÖHZB 1579, der als tüchtiger Saufinder und bester Schweißhund in der Wachau berühmt war und der schon bei Lebzeiten legendären Fuchtel, ÖHZB 1526, waren die "Fliehburger" in der österreichischen Zucht dick vertreten, zumal Yonne v. Wildföhrenstein, ÖHZB 1863, aus der Halbgeschwisterpaarung Fuchtel mal Hektor, eine durch Raubzeugschärfe besonders ausgezeichnete Hündin und gute Vererberin, die Stammhündin einiger Schimmelzuchten wurde. 

Einer meiner besten Hasenhunde war die aus dem berühmten schwäbischen "Weitjager"-Wachtelzwinger stammende "Solojägers"  Juventa, ZB-DW 55/91.
Züchter:  Bernd Rupp aus Straß bei Burgheim.
Wegen mangelnder Raubzeugschärfe (Stellerin) verwendete ich sie nicht für die Zucht und gab sie in gute Jägerhände. Hätte ich heute diese Hündin, wäre sie unverkäuflich und mit Gold nicht aufzuwiegen.


 

Anfang der 80er Jahre gesellten sich Deutsche Jagdterrier zu meinen Wachteln, ein herrliches Gespann. Ob im Wasser, auf dem Baum, ober und unter der Erde, vor ihnen war nichts sicher, ihnen kam nichts aus.
Stellvertretend für meine unverwässerten, rabiat scharfen Terrier bleibt mir mein erster Vierbeiner dieser Rasse, Attila v. d. Kalten Quelle, ÖHZB 4270, ein kleiner, rauhaariger "Kamikaze", der vor seinen großen Artgenossen wenig Respekt zeigte, in leuchtender Erinnerung. Er zeichnete sich besonders in der Bodenjagd aus, bei der unsere Erdbewohner "Reineke" und "Grimbart" in Reichweite mit diesem rücksichtslosen Draufgänger nichts zu lachen, meistens auch nichts mehr zu schnaufen hatten. Er war der Todfeind der verwilderten Katze. 


Die aus Ostfriesland "eingebürgerte" Ina vom Herrenwald, ÖHZB 5868 und die Kärntnerin Hella von der Mauthnerklamm, ÖHZB 5617,
waren meine Zuchthündinnen.

Rock vom Nebelhorn, ZB-JgdT 37936, ein bayrisches "Urviech", blieb mein bevorzugter Deckrüde. 

Kein einziger von ihnen starb im Strohbett  -  es wurde keiner alt!




Wegen meiner Vorliebe und Begeisterung für die Brackierjagd wechselte ich auf der Suche nach dem klassischen Hasenhund ins Brackenlager.
Die Schneid und Passion meiner Wachtel und Jagdterrier vor Augen und quasi als "Gradmesser" im Hinterkopf, befasse ich mich seit etwa 1990 mit der Führung und Zucht von Bracken.


Durch einen glücklichen Zufall kam ich auf die äußerst schlaue, jagdlich gerissene und sehr schneidige Vieräugl-Dachsbracke ÖJPS Perle v. d. Ganzerin, ÖHZB 7229. Auf der Wund- und Krankfährte zuverlässig wie Gift und unermüdlich bei der Hatz, hatte die Hündin Passion auf alles Wild.  Kein Wunder, denn als anerkannte Schweißhunderasse ist die Alpenländische Dachsbracke vor allem eine Spezialistin auf dem Gebiet der Schweißarbeit und darüberhinaus ein ganz vorzüglicher Hund auf Fuchs und Has' in der "Lauten Jagd".
Von ihrem Nachwuchs aus zwei Würfen gingen hochprämierte und zuchttaugliche "Vieräugl" hervor.

Dank guter Verbindungen in die Slowakei, konnte ich auf Treibjagden selbst miterleben, dass es in unserem Nachbarland Dachsbracken gibt, die mit unverwüstlicher Passion und Schärfe, nach Art guter Terrier, Wildschweine und Raubzeug annehmen. In ihrer Veranlagung steckt noch ein hohes Maß an Schneid, eine für jeden wirklich brauchbaren Jagdhund unentbehrliche Eigenschaft. 

Die Brauchbarkeit am wehrhaften Wild zum einen und die Schaffung einer neuen, nicht verwandten Zuchtlinie zum anderen,  veranlassten mich, über die SK-Zuchtleitung zwei Welpen bester Abstammung, meine ÖJPS Cyndy z. Malej Lehoty, ÖHZB 7694, und einen im Blut dazu passenden Rüden aus dem Reich der "Hohen Tatra" zu importieren; zwei leistungsstarke und typische Dachsbracken, die auf Mutter- und Vaterlinie scharfes Blut führten und gute Nachzucht brachten.


Es folgte eine rote Tirolerin,  Bracke v. d. Trixlwand, ÖHZB 2707, eine ganz vorzügliche Hasenfinderin mit bestem Spurlaut, jedoch kein "Langjager". Mit dem Raubzeug hatte sie nichts im Sinn, frei nach dem Motto: "Tu mir nix, ich tu dir auch nix"!  Eine gewisse Wildschärfe und die Passion auf der Wundfährte waren vorhanden, sodass man sie getrost zur Nachsuche verwenden und auch schnallen konnte. Obwohl sie laufkranke Rehe zustande hetzte und  niederzog, blieb sie dennoch ein absolut rehreiner Hund. Gesundes Schalenwild war für sie tabu und das von Natur aus, ohne meiner Einwirkung!
Die Hatz hinter einer Räudegams kostete dieser braven Hündin das Leben. Mit ihrem einzigen Wurf scheinen die "Fliehburger" auch bei den Tiroler Bracken auf.


Meine zwischenzeitlichen Versuche mit Italienischen Laufhunden (Segugio) und Schweizer Laufhunden waren von kurzer Dauer. Jagdhunde ohne Wildschärfe sind nicht meins!


Ganz anders die Bosnische Rauhaarbracke oder der Barak, wie er am Balkan genannt wird.
In punkto Schärfe stehen diese Hunde bei den Bracken auf der "oberen Liga", jedenfalls die am Foto abgebildete Amba, ÖHZB BOG 10 Reg, mit ihren Töchtern  Bixe und Buxe v. d. Fliehburg. Das kam so:
Bei einer Hasenjagd mit dem in freundschaftlicher Verbindung stehenden Zuchtwart der Steirischen Rauhaarbracke, Dr. Hannes Plenk, "vergatterte" er mich zur Beteiligung am Projekt: Auffrischungszucht der Steirischen Rauhaarbracke (Peintingerbracke).  Eingekreuzt wird mit dem Barak, der ja eine der Wurzeln der Peintingerbracke darstellt. Dem Aufruf des Zuchtwartes (Auslese der Zuchttiere) folgte ich, weil mich seine Schilderungen über den Barak einiges erwarten ließ, in meinem Zwinger noch Platz frei war und mein Interesse für etwas "Neues" immer wach ist!

Es dauerte nicht lange und schon trudelte ein handvoll großes Wollknäuel, der kaum 8 Wochen alte "Serbo" aus Serbien ein, dessen Schwester bei einem Förster in Allensteig gelandet war. Beide vom Zuchtwart höchst persönlich überbracht. Kurzum, der "Serbo" entwickelte sich zu einem bulligen, etwas zottigen, semmelgelben Rüden mit grobem Schädel und riesigem Gebiss.
Es hätte alles gepasst: menschenfreundlich, unerschrocken, tadelloser Spurlaut und Spurwille, aber er war kein Raubzeugwürger und damit war's aus für ihn als  "Auffrischler".

Seinen Platz belegte die oben erwähnte "Amba", eine elegante, hirschrote Hündin mit knappem Rauhaar und gutem, aufmerksamen Wesen. Vor allem war sie eine Bracke im wahrsten Sinn des Wortes und wie für die Auffrischung gewünscht. Fuchs und Gams jagte sie über Berg und Tal, Hasen und Rehe etwas kürzer. Also wurde dieser jagdlich wie formlich passende Barak mit einem reinen "Steirer" aus Südtirol gedeckt. Das Ergebnis war ein ausgeglichener Wurf mit 10 hirschroten Welpen, wovon ich mir zwei Hündinnen, die "Bixe" und die "Buxe" zurückbehielt.
So weit, so gut!
Für mich enttäuschend war die Veranlagung des Nachwuches in der "Lauten Jagd". Allesamt sind ihrem auf Schweiß rühmlichen, jedoch am Hase kurz jagenden Vater nachgeraten, also durchschnittliche Steirische Rauhaarbracken (Anlagenprüfung!). Vom Hörensagen her sollen einige dieser F1-Abkömmlinge eine enorme Raubwild- und Schwarzwildschärfe sowie eine große Passion auf der Schweißfährte besitzen.

Wenn dem so ist, wären das für die meisten Jagdgebiete (Kleinreviere) die passenden Bracken!                               Nur, welcher "Hasenjager" will schon einen Sauhund, der für sein Wild nicht den richtigen "Riecher" hat?
So werde ich meinem Phantom: "Wild- und raubzeug-scharfer Hasenhund", wohl noch eine Weile nachjagen müssen, bis ich ihn in die Hände bekomme - aber dann: Brackenheil und Ho-Rüd-Ho!



Gleich der "Amba" sind noch etliche meiner schneidigsten und besten Hunde in der Jagd geblieben, allen voran die Gladiatoren,  meine kompromisslosen Jagdterrier. Ihnen allen ist diese Seite gewidmet, denn sie waren meine Jagdgefährten. 


Und schon bin ich in der "Jetztzeit" und bei den Brandlbracken angelangt.
Über den routinierten und erfahrenen Rüdemann aller Jagdhunderassen, dem Praktiker und Züchter vom Freymoor, Ernst Mack, kam ich auf die Brandl. Genau genommen besorgte er mir meine erste Brandlbracke, die mit seiner "Donna Janska" engst verwandt ist. Die herrlichen Brackaden seiner Hündin haben mich überzeugt und dazu bewogen, selbst eine Brandl zu führen.

Und wie geht's weiter?
"Das schauen wir uns an!", sagte der Blinde und klickte auf die Startseite!